Romane für den milden November
02. November 2010Hardcover:
Laura Alcoba, “Das Kaninchenhaus”, Suhrkamp, € 14,90
Am Rande der argentinischen Stadt La Plata hat die Mutter der kleinen Laura mit Freunden, die ihre Ideale teilen, in einem kleinen Haus eine Druckerpresse eingerichtet. Die Kaninchenzucht, die sie hier angeblich betreiben, dient nur als Tarnung. Es sind die 70er Jahre, und die Militärdiktatur hat das Land fest im Griff. Die erst siebenjährige Laura versteht sehr wohl, dass es sich bei den Kameraden der Mutter um Widerstandskämpfer handelt. Und doch ist es für sie ein großes, buntes Abenteuer, das sie hier im Kaninchenhaus erlebt, wo sie, das einzige Kind, von all den liebevollen Erwachsenen behütet wichtige Kindheitsjahre verbringt. Eines Tages kommt für alle das allzu böse Erwachen… Ein Buch, das die kriegerische Stimmung jener Jahre ebenso einzufangen versteht wie den sonnigen Zauber, der über einer Kindheit im warmen Südamerika liegt.
Taschenbuch:
Mario Vargas Llosa, “Das Paradies ist anderswo”, Suhrkamp-TB, € 12,00
In diesem wunderbaren, in Erstausgabe 2004 erschienenen Roman erzählt der diesjährige Literaturnobelpreisträger von einem wichtigen Kapitel im Leben des weltbekannten Malers Paul Gauguin, nämlich von dessen Traum, in der Südsee einen utopischen Staat zu errichten, wo das Leben paradiesisch sein könnte. Es geht ihm dabei vor allem um die Schönheit der unberührten Natur, nicht um jenen “gerechten” Staat, für den einst seine Großmutter kämpfte, Flora Tristan, die ihren Enkel jedoch nie kennen gelernt hat, da sie bereits mit 41 Jahren umgebracht wurde. Sie hatte in Lyon für die Rechte der Frauen und Arbeiter gekämpft. Auch sie hatte sich von einer besseren Welt das Paradies versprochen. Ein virtuoser Roman über zwei faszinierende, unterschiedliche Menschen und zwei Arten der Utopie.















