Februar-Romane!

Judith Kuckart, “Der Bibliothekar”, btb, € 8,00

Wie schon der Titel sagt: Hans-Ulrich Kolbe ist sehr, sehr belesen. Allerdings wird ihm genau dieser Zustand eines Tages zur Last, das heißt: Lesen genügt ihm nicht mehr, er will endlich anfangen zu leben. Bisher hat das Leben, das er als Single im Westberlin der Achtziger fristet, ihm nicht allzu viel geboten, obschon er verschiedene Frauen liebte, von denen er nun mehrere Töchter hat, darunter die kleine Sophie, die in Ostberlin lebt. Doch sogar die Besuche bei ihr vernachlässigt Kolbe mehr und mehr, als er Jelena kennen lernt, die Peepshow-Tänzerin, die wesentlich jünger als der Mittfünfziger ist (auch sie könnte seine Tochter sein, und allem Anschein nach will sie nicht ihn, sondern sein Geld). Es ist eine Leidenschaft, die zwangsläufig tragisch enden muss.

Matt Benyon Rees, “Ein Grab in Gaza”, C. H. Beck, € 18,90

Omar Jussuf, verheiratet, mehrere Kinder und Enkel, wird Direktor der UN-Schule in Bethlehem. Der palästinensische Geschichtslehrer nimmt das Geschehen in seinem Land stets aufmerksam wahr, macht sich Gedanken und entwickelt seine Meinungen, die nicht immer mit denen seiner Mitmenschen, schon gar nicht seiner Kollegen übereinstimmen. Mit seinem Vorgesetzten fährt er in den Gazastreifen, um UN-Schulen unter die Lupe zu nehmen - und erfährt dort, dass einer der Lehrer entführt wurde, da er angeblich für die CIA arbeite. Jussufs Vorgesetzter wird ebenfalls entführt, und da bald schon, aufgrund eines Mordes, die ausländischen UNO-Mitarbeiter aus dem Gazastreifen abgezogen werden, ist Jussuf, der sich als Privatdetektiv betätigt, auf sich allein gestellt, will er seine entführten Kollegen retten… Ein Roman, in welchem der Alltag im kriegsgeschüttelten Palästina derart lebendig wird, dass man mehr als einmal glaubt, selbst dabei zu sein.

 

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