Romane für den zitronengelben Juli
02. Juli 2010Taschenbuch:
Edna Mazya, “Über mich sprechen wir ein andermal”, KiWi, € 9,95
Um dem Schicksal Millionen weiterer Juden zu entgehen, flieht die Familie Stein aus Heidelberg 1935 ins das schöne, helle Tel Aviv. Doch trotz des relativen Friedens, den sie hier genießen können, trotz der gewaltigen Naturschönheit und sommerlichen Wärme fühlt sich vor allem Ehefrau Ruth in der Fremde fehl am Platz. Dass ihr behinderter jüngerer Bruder, der bisher der liebste Freund und Spielgefährte von Ruths einzigem Kind Anuschka war, sich an der Kleinen vergriffen haben soll und, von Ruth zur Rede gestellt, schließlich eine unvergleichliche Tat begeht, ist nur eine von vielen Tragödien, die das Leben der ewig einsam scheinenden Frau prägen. - 1997 reist Ruths Enkelin Nomi, eine etwas ruhelose, doch im Grunde lebensfrohe und selbstbewußte Frau, erstmals nach Europa. In Heidelberg stößt sie nicht nur auf Spuren ihrer Familiengeschichte. Sie (und der Leser) entdeckt vor allem mit großem Erstaunen, dass es offenbar in jeder Familie Fäden und Geschehnisse gibt, die sich, wie durch die Zauberkraft der Gene, von Generation zu Generation wiederholen…
Hardcover:
John Irving, “Letzte Nacht in Twisted River”, Diogenes, € 26,90
Der “neue Irving” handelt von vielem mehr als nur von einer versehentlichen Tötung, die das Leben des zwölfjährigen Totschlägers Daniel und seines Vaters für immer verändert, sind die beiden doch plötzlich gezwungen, von New Hampshire nach Massachusetts, von Massachusetts nach Iowa, von Iowa nach Vermont, von Vermont nach Kanada zu ziehen - eben zeitlebens nur immer wieder zu fliehen. Nein, der Roman handelt ganz besonders auch vom Schreiben selbst, von der äußeren und inneren Welt eines angehenden und später erfolgreichen Schriftstellers. Von Hippiefrauen, die unversehrt vom Himmel fallen. Von blauen Mustangs. Vom Kochen: Dominic, der Vater des Schriftstellers, verzaubert auf seiner Flucht immer wieder die Bewohner des neuen Wohnorts mit seinen wunderbaren Kochkreationen - und findet auf diese Weise, ähnlich wie sein Sohn Daniel in seinen ihn zum Bestsellerautor kürenden Romanen, Erfüllung und Selbstverwirklichung. Bis zum bitteren Ende…







